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Restless Legs: Therapie

Neben gezielter Medikamentengabe kann auch ein mikrochirurgischer Eingriff helfen

Viele Patienten mit Restless Legs wandern von Arzt zu Arzt, bevor ihre Erkrankung endlich erkannt wird. Zunächst ist den Betroffenen oft selbst nicht bewusst, was hinter ihrem Leiden steckt: Verantwortlich für Missempfindungen in den Gliedmaßen, Bewegungsdrang und Erschöpfungszustände ist in ihren Augen die Schlaflosigkeit. Dass all dem eine Nervenleitstörung zugrunde liegt, wird ihnen erst später klar.

Neben einer genau ausbalancierten Medikamentengabe kann vielen Betroffenen bei der Restless-Legs-Therapie ein gezielter mikrochirurgischer Eingriff helfen. Einen informativen Überblick zu den Möglichkeiten der Restless-Legs-Behandlung gibt Ihnen Dr. med. Martin Raghunath von der Berger Klinik in Frankfurt am Main.

Individuelles Krankheitsbild

Standbild Youtubevideo Restless Legs Therapie
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Voraussetzung für eine erfolgreiche Restless-Legs-Therapie ist es, ein genaues Bild von Ihrer Erkrankung zu gewinnen. Näheren Aufschluss kann die Untersuchung durch einen erfahrenen Facharzt geben, in der Regel ein Neurologe. Sie sollten ihm möglichst ausführlich Ihre Beschwerden schildern. Ausgehend von Ihrer Beschreibung kann der Facharzt zum Beispiel mit verschiedenen Tests Ihre Nervenreiz-Weiterleitung prüfen. So lässt sich unter Umständen auf ein Restless-Legs-Syndrom schließen. Bei Unklarheiten hilft gelegentlich die Untersuchung in einem Schlaflabor.

Wenn Sie eine Unterstützung der Restless-Legs-Behandlung durch einen mikrochirurgischen Eingriff in Erwägung ziehen, erfolgt zuvor ebenfalls eine ausgiebige Untersuchung. Sie gibt wichtige Hinweise darauf, ob eine Operation in Ihrem Fall bei der Restless-Legs-Therapie helfen kann.

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Wichtigstes Ziel der Restless-Legs-Therapie ist die Verbesserung Ihres Nachtschlafs. Dadurch lässt sich Ihrem Schlafmangel gegensteuern und für mehr Wohlbefinden in Beruf und Alltag sorgen. Für Sie als Patient kommt es zudem darauf an, durch die Restless-Legs-Behandlung Ihre Beschwerden zu lindern.

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten können sich eignen:

  1. Umstellung der Lebensgewohnheiten
  2. Ausschaltung krankheitsauslösender Faktoren
  3. Individuell abgestimmte Medikamentengabe
  4. Mikrochirurgischer Eingriff zur Entlastung eingeschnürter Nervenstränge

Ist das Restless-Legs-Syndrom nicht genetisch bedingt, lassen sich oft auslösende Faktoren identifizieren, zum Beispiel Eisenmangel, Schilddrüsenprobleme, eine Nierenerkrankung oder andere. Die Restless-Legs-Therapie konzentriert sich dann auf die Ausschaltung dieser Krankheitsauslöser.

Besonders in leichteren Fällen eines Restless-Legs-Syndroms können außerdem bestimmte Verhaltensänderungen wichtige Bestandteile einer Restless-Legs-Therapie sein: eine Umstellung bei der Schlafvorbereitung, leichte Bewegung oder Gymnastik und eine andere Ernährungsweise, insbesondere Koffeinverzicht.

Bei regelmäßigem Auftreten der Beschwerden oder schwererem Verlauf müssen bei der Restless-Legs-Therapie jedoch weitergehende Maßnahmen ergriffen werden.

Restless Legs: Medikamente

Die Medizin geht davon aus, dass bei einem Restless-Legs-Syndrom die Weiterleitung der Impulse in Ihren Nervenbahnen gestört ist. Dies gilt als wichtigste Ursache für die Erkrankung. Neurotransmitter wie Dopamin, welche bei der Verbreitung von Nervenreizen eine wichtige Rolle spielen, erfüllen demnach ihre Funktion nur noch eingeschränkt. Die Stimulierung des Dopamin-Stoffwechsels ist das vordringlichste Ziel der medikamentösen Restless-Legs-Therapie. Dazu werden vor allem drei Gruppen von Medikamenten eingesetzt:

  1. Dopamin-Präparate zur Normalisierung der Nervenreiz-Weiterleitung
  2. Levodopa als mildere Vorstufe von Dopamin-Präparaten
  3. Opioide zur Förderung der Reizweiterleitung und zur Linderung von Schmerzen

Levodopa kommen bei der Restless-Legs-Therapie meist dann zum Einsatz, wenn die Beschwerden nur gelegentlich auftreten oder nicht sehr ausgeprägt sind. Als Dopamin-Vorstufe regen diese Restless-Legs-Medikamente die Dopamin-Rezeptoren in den Nervenzellen an. Die Wirksamkeit von Levodopa kann sich allerdings mit der Zeit verringern. Zudem werden die Restless Legs durch die Gabe dieses Wirkstoffs in manchen Fällen sogar verstärkt.

Dopamin-Präparate werden bei täglichen, vor allem schwereren Beschwerden für die Restless-Legs-Behandlung eingesetzt. Durch ihre dopaminstimulierende Wirkung können sie die Reizweiterleitung in den betroffenen Nervensträngen noch wirksamer fördern. Nicht selten bewirkt die Gabe dieser Restless-Legs-Medikamente jedoch Übelkeit und Unwohlsein, zudem helfen sie nicht in allen Fällen bei der Restless-Legs-Therapie.

Opioide können ebenfalls die Funktion von Neurotransmittern wie Dopamin unterstützen. Zudem besitzen sie eine schmerzlindernde Wirkung. Sie können in besonders schweren Fällen gegeben werden. Der Gewöhnungseffekt ist bei dieser Medikamentengruppe allerdings hoch, auch Nebenwirkungen kommen häufig vor.

Welche Art von Restless-Legs-Medikamenten bei Ihnen zum Einsatz kommen sollte, stellt Ihr Neurologe fest. Er kann auch sagen, ob unter Umständen eine Kombination von mehreren Präparaten sinnvoll ist. Eine exakte Feineinstellung der Medikamentengabe ist für die Restless-Legs-Therapie entscheidend.

Da Restless-Legs-Medikamente teils starke Nebenwirkungen besitzen oder in ihrer Wirkung eingeschränkt sein können, sind zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten bei Betroffenen oft willkommen. Die Möglichkeit, das Restless-Legs-Syndrom begleitend mit einem mikrochirurgischen Eingriff zu lindern, sollten Sie bei der Restless-Legs-Therapie daher nicht aus den Augen verlieren.

Operativer Eingriff

In der Praxis hat sich herausgestellt: Eine übermäßige Einschnürung (Kompression) bestimmter Nervenbahnen an Beinen und Armen kann ein Restless-Legs-Syndrom erheblich verstärken. Der Druck, den das Bindegewebe auf die Nerven ausübt, steigert oft die auftretenden Schmerzen. Durch einen gezielten mikrochirurgischen Eingriff lassen sich die Verwachsungen mit dem umgebenden Gewebe beseitigen. Die Nervenstränge können so in der Regel wieder besser durchblutet und mit Nährstoffen versorgt werden. In der Folge wird bei vielen operierten Patientinnen und Patienten das Restless-Legs-Syndrom schwächer, Beschwerden und Schmerzen verringern sich.

Diese Art der Restless-Legs-Therapie eignet sich allerdings nur für diejenigen Patienten, bei denen eine Nerveneinengung festgestellt wird. Dazu dient eine ausgiebige, etwa 90-minütige Untersuchung im Vorfeld des Eingriffs. Durchgeführt wird sie vom Operateur Dr. med. Martin Raghunath, ausgebildeter Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie und Handchirurg. Im Zuge der Untersuchung werden Ihre Beschwerden nach Möglichkeit bestimmten Nervenversorgungszonen zugeordnet. Gleichzeitig werden die Nerven auf Druckempfindlichkeit untersucht und Berührungsschwellen gemessen.

Den mikrochirurgischen Eingriff im Rahmen der Restless-Legs-Behandlung bieten wir für Selbstzahler und Privatversicherte an.

Vorteile

Wenn die chirurgische Restless-Legs-Behandlung bei Ihnen anwendbar ist, sind folgende Behandlungsergebnisse möglich:

  1. Entlastung von Nervenbahnen an Beinen oder Armen
  2. Linderung der Restless-Legs-Symptome
  3. Rückgang von Schmerzen und anderen Beschwerden
  4. Effektivere Restless-Legs-Therapie durch Reduzierung der erforderlichen Medikamentendosis
  5. Umstieg auf schonendere Wirkstoffe möglich
  6. Weniger Nebenwirkungen durch Restless-Legs-Medikamente

Eine Garantie, dass die operative Restless-Legs-Therapie tatsächlich eine Linderung bringt, gibt es nicht. In der Vergangenheit schwächte sich die Ausprägung des Restless-Legs-Syndroms bei etwa 80 Prozent der operierten Patienten ab. Bei dieser Patientengruppe zeigten sich zum Teil deutliche Verbesserungen: Die Beschwerden verringerten sich so weit, dass die Dosis der Medikamentengabe nach dem chirurgischen Eingriff zum Teil deutlich gesenkt werden konnte. Sogar ein völliges Verschwinden der Beschwerden ist vorgekommen.

Ihr Weg zu uns

Wenn Sie sich für die mikrochirurgische Variante der Restless-Legs-Behandlung interessieren, untersucht Dr. med. Martin Raghunath Sie gerne. Ihren persönlichen Termin in der Berger Klinik in Frankfurt am Main können Sie dazu jederzeit vereinbaren.